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    Deutsche Elektroinstallationsvorschriften und LED-Streifen

    Wenn es um die Normen für Elektroinstallationen im Zusammenhang mit LED-Streifen geht, befindet man sich oft in einem Dickicht aus Interpretationen, Halbwissen und falschen Mythen. Fast täglich werden wir gefragt, ob 230V-Streifen in Innenräumen verboten sind, oder wir hören Aussagen wie "Bei 12V kann man ja wohl machen, was man will". Doch den geltenden Normen kann man nicht entkommen. Die Wahrheit steht in den technischen Normen, die in Deutschland als anerkannte Regeln der Technik gelten und deren Einhaltung gemäß NAV (Niederspannungsanschlussverordnung) und der DIN VDE 0100-Reihe den Stand der Technik definiert.

     

    Da uns diese Art von Fragen zur deutschen Normung, die aus Sicherheitsgründen die korrekte Installation der verschiedenen Arten von LED-Streifen definiert, immer häufiger erreichen, haben wir uns entschlossen, einen umfassenden Leitfaden zu erstellen, der Klarheit schafft. Dabei berücksichtigen wir, dass die Normen für Elektroinstallationen, wie alle Normen, ständig aktualisiert werden. Wir werden über die aktuellen europäischen und deutschen Normen sprechen, was die Unterschiede zwischen den verschiedenen Spannungsebenen sind, was die DIN VDE 0100 (das deutsche Pendant zur CEI 64-8) für LED-Streifen vorsieht und wie unsere Produkte sich nahtlos in eine normgerechte Installation einfügen.

     

    Normen für Elektroinstallationen in Deutschland: Der allgemeine Rahmen

    Einen Schritt zurück. In Deutschland unterliegen Planung und Errichtung elektrischer Anlagen einem klaren Regelwerk. Die DIN VDE Normen (vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) sind zwar keine Gesetze im engeren Sinne, gelten aber als "anerkannte Regeln der Technik". Die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) verpflichtet Betreiber von Elektroanlagen, diese nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten und zu betreiben. Das bedeutet: Wer die VDE-Normen einhält, ist auf der sicheren Seite; wer sie ignoriert, handelt im Schadensfall fahrlässig und haftet.

     

    Was ist die DIN VDE 0100 und wo wird sie angewendet?

    Die Reihe DIN VDE 0100 ist das Fundament für die Errichtung von Starkstromanlagen mit Nennspannungen bis 1000 V. Sie gilt für Wohngebäude, gewerblich genutzte Räume, Büros und allgemein für alle elektrischen Anlagen im Niederspannungsbereich. Diese Normen definieren die Sicherheitsanforderungen für den Schutz gegen elektrischen Schlag, die Auswahl von Betriebsmitteln, Leiterquerschnitte, Aufteilung der Stromkreise und vieles mehr. Wenn man sich fragt: "Wie muss eine Elektroinstallation normgerecht sein?", lautet die korrekte Antwort: "Entsprechend der DIN VDE 0100".

     

    Im Falle von LED-Streifen ist die DIN VDE 0100 grundlegend, denn sie legt die Unterscheidung zwischen gefährlichen Spannungen (230V) und Schutzkleinspannungen (SELV) fest. Ein Streifen mit 12V oder 24V fällt in die Kategorie SELV (Safety Extra Low Voltage), wenn er von einem Netzteil gespeist wird, das eine sichere Trennung gewährleistet. Das bedeutet, bei zufälliger Berührung besteht keine Gefahr eines lebensgefährlichen Stromschlags. Ein 230V-Streifen hingegen gilt als gefährliche Spannung und erfordert zusätzliche Schutzmaßnahmen wie verstärkte Isolierung oder Gehäuse mit angemessenem IP-Schutzgrad.

     

    Was besagt die DIN VDE 0105 / DGUV Vorschrift 3?

    Die DIN VDE 0105 und die dazu äquivalente DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) sind die Grundlagen, die jeder professionelle Elektriker kennen muss: Sie regeln den Betrieb von elektrischen Anlagen, die Sicherheit bei der Arbeit und die Verfahren für Arbeiten im spannungsfreien Zustand oder in der Nähe aktiver Teile. Praktisch gesehen definieren sie, wer eine Elektroanlage installieren darf und wie er sich dabei verhalten muss, um sich nicht zu gefährden. Für die Installation eines 230V-LED-Streifens ist eine qualifizierte Elektrofachkraft erforderlich, die die Unfallverhütungsvorschriften beachtet.

     

    Bei einem 12V-Streifen kann die Installation hingegen auch von einem Endanwender durchgeführt werden (immer mit gesundem Menschenverstand und gemäß Anleitung), da die Spannung ungefährlich ist. Aber Achtung: Wenn man einen 12V-Streifen an ein Netzteil anschließt, das dann an 230V angeschlossen wird, muss der 230V-Teil unzugänglich und normgerecht installiert sein. Das Netzteil darf nicht lose herumliegen.

     

    Normen für LED-Streifen: 230V vs. Kleinspannung

    Kommen wir zum Kern der Frage, die Sie uns am häufigsten stellen: "Kann ich 230V-Streifen im Schlafzimmer verwenden?". Die Antwort ist technischer Natur, kein einfaches Ja oder Nein. Analysieren wir die beiden Szenarien.

    230V LED-Streifen in Innenräumen: Ist das möglich?

    Wie bereits angedeutet, ist es nicht absolut verboten, aber es ist kompliziert. Die Standard-230V-Streifen (ohne Umhüllung, mit Schnittstellen alle Meter) sind in der Regel der Schutzklasse I (Schutzleiter erforderlich) oder maximal Schutzklasse II (Schutzisolierung). Das Problem: Ein flexibler Streifen lässt sich nicht einfach erden. Darüber hinaus verlangt die DIN VDE 0100, dass aktive Teile mit 230V gegen direktes Berühren mit einem Schutzgrad von mindestens IP2X (Fingerschutz) gesichert sein müssen – was ein blanker Streifen nicht bietet.

     

    Die einzige Möglichkeit ist, ihn in ein Aluprofil mit opalem oder satiniertem Abdeckprofil einzubringen, das das Berühren des Streifens unmöglich macht. Aber auch hier muss geprüft werden, ob das Profil geeignet ist und die gesamte Installation nur mit Werkzeug zugänglich ist. Viele Profile von Ledpoint (oder vergleichbaren Anbietern) können mit ihren Abdeckungen diese Funktion erfüllen, empfehlen sie aber hauptsächlich für den Außenbereich mit bereits geschützten 230V-Streifen (z.B. IP67), auch um das Phänomen des indirekten Flackerns in Innenräumen zu vermeiden.

     

    Niedervolt-LED-Streifen (12V, 24V, 48V, 5V)

    Streifen mit 12V oder 24V (aber auch 48V und 5V) arbeiten mit Schutzkleinspannung. Die Normen betrachten sie als ungefährlich im Hinblick auf einen Stromschlag. Daher können sie praktisch überall installiert werden: unter Möbeln, in Sockelleisten, abgehängten Decken, Treppenstufen, sogar im Badezimmer (sofern das Netzteil außerhalb der Schutzzonen liegt oder eine entsprechende IP-Schutzart hat).

    Für den Innenbereich verwenden und empfehlen wir immer 24V LED-Streifen. Warum? Weil sie bei gleicher Leistung weniger Strom aufnehmen als 12V-Streifen und daher längere Abschnitte ohne Spannungsabfall ermöglichen
     

    Vergleichstabelle: 230V vs. 12/24V nach Norm

    Es gibt kein generelles Verbot für 230V-Streifen in Innenräumen, aber die Bedingungen für eine sichere Installation (Schutzleiter, Berührungsschutz, Isolierung) sind in der Praxis so streng, dass sie ohne einen "gepanzerten" Kanal kaum einzuhalten sind. Daher führt der Weg in Wohnräumen normativ gesehen klar zur Verwendung von Schutzkleinspannung (SELV).

     

    Vergleichstabelle Hochvolt-/Niedervolt-LED-Streifen

    Eigenschaft230V LED-Streifen12/24V LED-Streifen (SELV)
    Elektrische SicherheitNiedrig (gefährliche Spannung, Stromschlagrisiko)Hoch (keine Gefahr bei Berührung)
    Konformität mit DIN VDE 0100Schwierig: Schutzleiter und IP2X-Berührungsschutz nötigEinfach: fällt unter SELV-Stromkreise
    Schutz gegen direktes BerührenZwingend erforderlich (Profil mit nicht herausnehmbarem Diffusor)Nicht erforderlich (aber empfohlen gegen Staub und Stoß)
    Schutzleiter (Erdung)Erforderlich für Klasse I (oft unmöglich)Nicht erforderlich
    Installation im Bad (Zone 1,2)VerbotenMöglich mit Netzteil außerhalb der Zone
    SpannungsabfallGering (ideal für lange Strecken)Erfordert ausreichende Leiterquerschnitte bei Strecken >5m
    Typische AnwendungenAußenbereich (IP67), Beleuchtung von Fassaden, gewerblichInnenräume, Möbel, Design, Unterbauleuchten

     

    Normen für Außenbereiche und Feuchträume

    Im Außenbereich sind die Normen für 230V etwas großzügiger, aber nur, wenn der Streifen eine hohe Schutzart (IP65, IP67) aufweist. In diesem Fall ist der Streifen in einer Umhüllung, die ihn wasserdicht macht und vor zufälligem Berühren schützt. Er kann unter Dachrinnen, im Garten oder an Fassaden installiert werden. Auch hier müssen jedoch die Abstände und die Art des Anschlusses an die (wasserdichte) Abzweigdose beachtet werden. Gleiches gilt für die Profile, in denen der Streifen untergebracht ist; sie müssen für die Außeninstallation geeignet sein.

     

    Ihre Fragen zur Elektro-Normung

    Kann man eine Immobilie mit nicht normgerechter Elektroinstallation verkaufen?

    Der Verkauf einer Immobilie erfordert nicht zwingend ein Prüfprotokoll (z.B. nach DGUV V3 oder DIN VDE 0105) der Elektroinstallation, aber bei Mängeln oder Gefahren kann der Käufer Regressansprüche stellen. In der Praxis: Wenn man 230V-Streifen ohne Schutz selbst installiert und dann das Haus verkauft, könnte man Probleme bekommen. Es wird empfohlen, sich an die Normen zu halten.

    Wer darf/darf eine Elektroinstallation abnehmen / prüfen?

    Eine Elektrofachkraft (z.B. Elektroinstallateur) erstellt nach einer Installation oder wesentlichen Änderung ein Prüfprotokoll (nach DIN VDE 0100-600). Für Niedervolt-LED-Streifen: Wenn die bestehende Anlage normgerecht ist, erfordert das Hinzufügen eines kleinen SELV-Abschnitts technisch gesehen keine neue Gesamtprüfung, aber die Arbeiten selbst müssen fachgerecht ausgeführt sein.

    Was passiert, wenn die Elektroinstallation nicht normgerecht ist?

    Man riskiert Bußgelder (selten bei Kontrollen), vor allem aber Probleme mit der Versicherung im Schadensfall (z.B. Brand: Die Versicherung kann die Leistung verweigern, wenn die Installation nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht) und natürlich die Gefährdung der Bewohner. Ein 230V-Streifen, der durch Überhitzung Feuer fängt, kann ernsthafte Schäden verursachen.

    Woran erkenne ich, dass meine Elektroinstallation nicht normgerecht ist?

    Es gibt Anzeichen: man bekommt eine gewischt, wenn man den Streifen berührt, Sicherungen fliegen oft raus, Kabel werden heiß, fehlender Schutzleiter bei 230V-Streifen, Verwendung von 230V-Streifen ohne Schutzprofil. Die DIN VDE 0100 schreibt auch vor, dass Stromkreise getrennt (Licht, Steckdosen, Bad) und durch entsprechende LS-Schalter und RCDs (FI-Schalter) geschützt sein müssen. Im Zweifel einen Fachmann fragen.

     

    Die NAV (Niederspannungsanschlussverordnung) und ihre Auswirkung auf LED-Streifen

    Wenn wir mit Kunden oder Installateuren sprechen, stellen wir oft fest, dass die NAV in Gesprächen über Anlagensicherheit oft vernachlässigt wird. Sie ist die rechtliche Grundlage, die den Betrieb und Anschluss von Anlagen an das Netz des Verteilnetzbetreibers regelt und dabei auf die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik verweist.

     

    Was genau besagt die NAV?

    Diese Verordnung legt ein einfaches, aber weitreichendes Prinzip fest: Elektrische Anlagen müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Und diese Regeln werden eben durch die VDE-Normen (wie die DIN VDE 0100) konkretisiert. Wer also nach VDE baut, ist automatisch auf der sicheren Seite. Im Schadensfall ist es extrem schwierig zu beweisen, dass eine von den VDE-Normen abweichende Installation trotzdem "regelgerecht" war.

     

    Was hat das mit LED-Streifen zu tun?

    Nehmen wir den klassischen Fall: Ein Kunde kauft einen 230V-LED-Streifen auf einer beliebigen Website und installiert ihn selbst unter der Küchenzeile, vielleicht mit dem mitgelieferten Doppelklebeband, ohne Profil, ohne mechanischen Schutz. Beim ersten Kontakt (vielleicht beim Putzen) oder einem Defekt entsteht Schaden. Dies ist eine Installation, die nicht "regelgerecht" ist und verstößt offensichtlich gegen die Prinzipien der Elektro-Normung (Schutz gegen direktes Berühren, Isolierung, Schutzleiter). Die rechtliche Grundlage für die Verpflichtung, diese Prinzipien einzuhalten, ist letztlich die NAV.

     

    Das Paradoxon des "nackten Streifens"

    Stellen Sie sich einen nackten 230V-Streifen unter einem Hängeschrank vor. Der Streifen steht unter Spannung, die Kontakte liegen offen (ein Finger kann die Kupferbahnen berühren). Die Normen sagen, dass aktive Teile unzugänglich sein müssen. Die NAV macht dieses Prinzip verbindlich. Dieser nackte Streifen ist somit nicht normgerecht. Wenn ein Kind ihn berührt, ist das Risiko eines Stromschlags enorm. Im Unfallfall haftet derjenige, der den Streifen installiert hat, strafrechtlich.

     

    Warum ignorieren viele diese Regeln?

    Weil Kontrollen selten sind, aber die Regeln existieren und im Schadensfall angewendet werden. Probleme treten auf bei:

    • Wohnungsbrand: Stellt die Versicherung fest, dass der Brand von einem nicht normgerecht installierten 230V-LED-Streifen ausging, kann sie die Zahlung verweigern. Das kommt immer häufiger vor.
    • Personenschaden: Bei einem Stromunfall läuft ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Frage "War die Installation normgerecht?" wird zentral.
    • Verkauf der Immobilie: Bei einem technischen Gutachten vor dem Verkauf könnte der Gutachter Mängel feststellen und eine Nachbesserung verlangen.

     

    Wie plant man eine normgerechte Installation mit LED-Streifen?

    Wir haben eine kleine Checkliste vorbereitet, um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, wie Sie Normverstöße vermeiden:

    • Die richtige Spannung wählen: In Innenräumen 24V oder 12V (SELV) bevorzugen. Im Außenbereich 230V IP67 oder 24V mit IP67-Netzteil in Betracht ziehen.
    • Sicheres und getrenntes Netzteil: Das 230V-24V-Netzteil muss sicher trennen (SELV) und CE/GS-Zeichen tragen. Es an zugänglichen, aber nicht einsehbaren Orten mit ausreichender Belüftung platzieren.
    • Mechanischer Schutz: Auch bei Kleinspannung schützt ein Profil vor Staub, Stößen und verbessert die Lichtwirkung. Bei 230V in Innenräumen ist ein Profil mit Diffusor Pflicht und muss so befestigt sein, dass der Streifen nicht ohne Werkzeug entnommen werden kann.
    • Leiterquerschnitte: Bei 24V auf langen Strecken (über 5 Meter) ausreichende Querschnitte (1,5mm² oder 2,5mm²) verwenden, um Spannungsabfall und Überhitzung zu vermeiden.
    • Fehlerstromschutz (RCD): Der Stromkreis, der die Streifen versorgt (bzw. das Netzteil), muss durch eine Fehlerstromschutzeinrichtung (RCD, 30mA) geschützt sein. Bei mehreren Netzteilen ist auf eine gleichmäßige Lastverteilung zu achten.
    • Dokumentation: Schaltpläne und Datenblätter der Materialien aufbewahren.

     

    Die Tücken der Norm: Spannungsabfall und thermischer Schutz

    Ein Aspekt der Elektro-Normung, der oft selbst von Profis unterschätzt wird, ist das Wärmemanagement und der Spannungsabfall. Das sind die Hauptursachen für Fehlfunktionen, Überhitzung und im schlimmsten Fall Brandentstehung. Die DIN VDE 0100 ist hier klar: Die Anlage muss so geplant und errichtet sein, dass kein Betriebsmittel seine zulässige Temperatur überschreitet. Wenn der LED-Streifen zur Heizung wird, ist die Installation nicht normgerecht.

     

    Wärme ist der Feind Nr. 1 der LED-Streifen

    Ein LED-Streifen, besonders mit hoher Bestückungsdichte oder Leistung, erzeugt Wärme. Ein Teil der elektrischen Energie wird zu Licht, ein Teil zu Wärme. Je leistungsstärker der Streifen, desto mehr heizt er. Die Normen (DIN VDE 0100) verlangen, dass die installierten Betriebsmittel für ihre Betriebstemperatur geeignet sind. Ein Streifen, der dauerhaft mit 70°C läuft, ist kein Problem, wenn er dafür zertifiziert ist. Aber wenn dieser Streifen in einem minderwertigen Kunststoffprofil steckt oder schlimmer noch, aufgerollt ist, steigt die Temperatur dramatisch. Die Folge: Lichtertrag (die LEDs werden gelblich und dunkler), Schmelzen der Aderisolierung, Brandgefahr.

     

    Was sagt die Norm konkret?

    Die DIN VDE 0100 fordert im Abschnitt über Auswahl und Errichtung von Betriebsmitteln, dass diese für die äußeren Einflüsse, einschließlich Temperatur, geeignet sein müssen. Man muss sicherstellen, dass der Streifen (ein Teil der Anlage) keine Temperaturen erreicht, die ihn selbst oder die Umgebung schädigen. Ein Aluprofil wirkt als Kühlkörper. Die Montage auf Holz oder in einer geschlossenen Kunststoffkanalisation hingegen führt zu Wärmestau – und damit zu einem Normverstoß.

     

    Der Spannungsabfall: Das unterschätzte Problem

    Das zweite Problem: der Spannungsabfall. Er wird in den Normen indirekt erwähnt, da er die Funktion der Betriebsmittel beeinträchtigt. Je länger der Streifen, desto mehr fällt die Spannung ab, besonders bei 12V und 24V. Nach 10 Metern hat man vielleicht nur noch 20V. Das führt zu zwei Problemen:

     

    • Ungleichmäßiges Licht: LEDs am Anfang leuchten hell, am Ende sind sie dunkel und gelblich.
    • Erhöhter Strom: Um den Abfall zu kompensieren, zieht der Streifen mehr Strom, was die Leiterbahnen auf dem Streifen überhitzen kann – bis hin zum Schmelzen.

     

    Die DIN VDE 0100 schreibt zwar nicht vor, für LED-Streifen 2,5mm² Leitungen zu verwenden, aber sie besagt, dass Leiter so zu bemessen sind, dass der Spannungsfall den Betrieb nicht beeinträchtigt und keine Überhitzung verursacht. Bei langen Strecken muss man also entweder dickere Kabel verwenden, den Streifen mehrfach einspeisen oder auf 48V-Systeme umsteigen.

     

    Profile namhafter Hersteller sind oft mit Kühlrippen und entsprechenden Materialstärken ausgelegt, um die Wärme abzuführen. Für lange Distanzen gibt es 48V-Streifen oder Lösungen mit redundanter Einspeisung.

     

    Aktiver thermischer Schutz

    Ein weiterer Punkt in der DIN VDE 0100 ist der Schutz gegen Überlast und Kurzschluss. Für LED-Streifen bedeutet das, der Stromkreis muss durch eine Sicherung oder einen Leitungsschutzschalter (meist 6A oder 10A) und einen RCD (FI) geschützt sein. Manche Netzteile haben zusätzlich einen eingebauten Temperaturschutz. Das ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber eine sinnvolle Maßnahme, die dem Geist der Norm entspricht: Gefahren durch Fehler oder Missbrauch zu vermeiden.

     

    Der häufigste Fehler: Aufgerollte oder unbedacht verlegte Streifen

    Manche Kunden kaufen 24V-Streifen, schneiden sie zu und lassen die überflüssige Rolle einfach hinter dem Schrank oder in der abgehängten Decke liegen – aufgerollt und ohne Schutz. Diese aufgerollte, leuchtende Rolle wird zur thermischen Zeitbombe. Die Wärme kann nicht entweichen, die Temperatur steigt schnell über 100°C, die Isolierung schmilzt. Die Normen verbieten es kategorisch, Kabel und Betriebsmittel so zu verlegen, dass sich Wärme stauen kann. Streifen müssen immer ausgelegt und nach Möglichkeit auf wärmeableitenden Flächen montiert werden.

     

    Dimensionierung des Netzteils für den normgerechten Betrieb

    Die Norm schreibt keinen festen prozentualen Sicherheitsaufschlag vor, aber die gute fachliche Praxis (die "anerkannte Regel der Technik") besagt, ein Netzteil nicht dauerhaft an seiner Leistungsgrenze zu betreiben. Ein Netzteil am Limit überhitzt, verliert an Effizienz und fällt frühzeitig aus. Daher empfehlen wir, das Netzteil mit 20-30% Reserve zu dimensionieren. Bei 100W Streifenleistung also ein 120-150W Netzteil. Das verlängert die Lebensdauer und stellt sicher, dass die Anlage auch bei Einschaltspitzen stabil und sicher bleibt – ganz im Sinne der Norm.

     

    Der Faktor Zeit: Dauerhaftigkeit und Konformität

    Eine Anlage kann am Tag der Installation normgerecht sein, aber nach einem Jahr Überhitzung können Kabel verschmort, Verbindungen lose oder LEDs beschädigt sein. Die Normen fordern implizit, dass die Anlage ihre Sicherheitseigenschaften über die Zeit behält. Die Verwendung von Kühlprofilen, ausreichenden Kabelquerschnitten und überdimensionierten Netzteilen ist daher kein Perfektionismus, sondern eine Investition in die dauerhafte Sicherheit.

     

    Wie müssen Elektroinstallationen mit LED-Streifen aufgebaut sein?

    Der Aufbau einer Elektroanlage mit LED-Streifen unterscheidet sich im Kern nicht von jeder anderen festen Installation. Vielleicht ist er sogar heikler, da die Streifen flexibel sind und oft an Orten landen, wo herkömmliche Leuchten nie hinkommen. Die Normen (DIN VDE 0100) haben genaue Anforderungen. Sehen wir sie uns im Detail an.

     

    Stromkreisaufteilung: Nicht alle Streifen sind gleich

    Die DIN VDE 0100 verlangt die Aufteilung in mehrere Stromkreise, um die Auswirkungen eines Fehlers zu begrenzen und die Wartung zu erleichtern. Das gilt auch für LED-Streifen. Man kann nicht alles an einen einzigen LS-Schalter hängen. Man sollte trennen:

    • Eigene Stromkreise für Beleuchtung: LED-Streifen, die als Haupt- oder Akzentlicht dienen, sollten auf einem eigenen Stromkreis sein, getrennt von den Steckdosen.
    • Getrennte Kreise für verschiedene Bereiche: Bei Streifen im Bad, Schlafzimmer und Wohnzimmer sind separate Sicherungen ideal, damit ein Fehler in einem Bereich nicht das ganze Haus dunkel macht.
    • Eigene Fehlerstromschutzschalter: Jeder Stromkreis mit LED-Streifen (besonders in Feuchträumen) muss durch einen RCD mit hoher Sensibilität (30mA) geschützt sein. Das ist Vorschrift.

     

    Der Verteiler (Sicherungskasten)

    Der Verteiler muss ausreichend Platz für die zusätzlichen Sicherungen bieten und die Gesamtleistung muss stimmen. Die Normen verlangen, dass jeder Stromkreis durch einen Überstromschutzorgan (LS-Schalter) geschützt ist, der auf den Leiterquerschnitt abgestimmt ist. Für LED-Streifen werden oft 6A oder 10A Automaten verwendet.

     

    Verbindungsdosen: Der Albtraum in abgehängten Decken

    Verbindungen müssen in zugänglichen Verbindungsdosen erfolgen. Die Norm sagt: Verbindungen müssen prüf- und wartbar sein. Wenn man ein Netzteil in einer abgehängten Decke versteckt, muss eine Revisionsöffnung vorgesehen werden. Gleiches gilt für Verbindungen zwischen Streifenabschnitten. Daher empfehlen wir, Steckverbinder zu verwenden und diese zugänglich zu platzieren, z.B. in den Profilen mit abnehmbarer Abdeckung.

     

    Die mechanische Befestigung

    Die Norm verlangt, dass Betriebsmittel sicher befestigt sind. Ein LED-Streifen darf nicht mit billigem Klebeband befestigt werden, das nach Monaten versagt. Fällt er herunter, kann das zu Kurzschlüssen und Bränden führen. Streifen gehören in Profile, Clips oder werden zumindest mit hochwertigem Industrieklebeband fixiert. Die Profile von LightingLine kühlen nicht nur, sondern halten den Streifen auch mechanisch sicher. Die Profile selbst müssen mit geeignetem Dübelmaterial befestigt werden.

     

    Die Leitungen: Richtigen Querschnitt und Isolierung wählen

    Die Leitungen müssen für Betriebsspannung und Temperatur geeignet sein. Bei 12/24V werden Niederspannungsleitungen verwendet, aber auch hier muss der Querschnitt stimmen. Die Normen sagen, dass Leitungen mechanisch geschützt werden müssen, wenn sie in gefährdeten Bereichen liegen. Werden sie in Wänden verlegt, müssen sie in Rohren (Leerrohren) liegen oder eine verstärkte Ummantelung haben. Freie Kabel im Hohlraum sind nicht erlaubt. Zudem muss die Isolierung für die maximal mögliche Temperatur ausgelegt sein.

     

    Netzteile und Treiber: Niemals luftdicht verschließen

    Ein häufiger Fehler ist, das Netzteil in einen unbelüfteten Hohlraum zu stopfen. Netzteile (besonders Schaltnetzteile) produzieren Wärme. Ohne Luftzirkulation überhitzen sie, schalten ab oder gehen kaputt. Die Norm verlangt, dass Betriebsmittel so installiert werden, dass ihre Grenztemperaturen nicht überschritten werden. Im Hohlraum muss also für Luftzirkulation gesorgt werden. Es wird empfohlen, 5-10 cm Freiraum um das Netzteil zu lassen.

     

    Prüfung und Dokumentation

    Für neue Anlagen oder große Änderungen ist eine Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 durch eine Elektrofachkraft vorgeschrieben, die mit einem Prüfprotokoll dokumentiert wird. LED-Streifen, die Teil der neuen Anlage sind, müssen in diese Prüfung einbezogen werden. Wenn man nur einen Streifen an eine bestehende Anlage anschließt (und den festen Teil nicht verändert), ist technisch keine neue Gesamtprüfung nötig, die Arbeit muss aber dennoch fachgerecht erfolgen. Bei Arbeiten am Verteiler oder Eingriffen in bestehende Stromkreise sollte ein Fachmann hinzugezogen werden.

     

    Prüfbarkeit und Wartung

    DIN VDE 0100 basiert auf dem Prinzip: Die Anlage muss während ihrer Lebensdauer prüfbar und wartbar sein. Wichtige Komponenten (Klemmen, Netzteile, Verbindungen) müssen erreichbar sein. Für LED-Streifen bedeutet das, Netzteile und Verbindungsstellen zugänglich zu halten. Profile mit abnehmbaren Abdeckungen helfen, dieses Prinzip einzuhalten.

     

    Die gleiche Sorgfalt wie bei einer herkömmlichen Leuchte

    Abschließend ein Satz, den wir unseren Kunden immer mitgeben: Ein LED-Streifen ist kein Zubehör, er ist ein Teil der Elektroinstallation und verdient die gleiche Aufmerksamkeit, Planung und Sorgfalt wie ein Deckenlicht oder eine Steckdose. Nur weil er flach und flexibel ist, ist er nicht ungefährlicher. Seine Vielseitigkeit bringt ihn oft an Orte, wo normale Kabel nie hinkommen. Daher: Bei der Planung einer Installation mit LED-Streifen sollte man wie ein Elektriker denken, auf Sicherheit achten und bei Bedarf einen Fachmann beauftragen.

     

    Fazit: Warum wir von 230V in Innenräumen abraten

    Wenn wir bei Ledpoint Produkte auswählen, tun wir das stets unter Berücksichtigung des gesamten normativen Rahmens. Ein für den Innenbereich angebotener 24V-Streifen ist von Natur aus sicherer und leichter normgerecht zu installieren. Einen 230V-Streifen bieten wir nur für den Außenbereich oder spezifische Anwendungen an und weisen stets auf die Notwendigkeit von Profilen mit Diffusor und die Beauftragung einer Elektrofachkraft hin.

     

    Unser Rat bleibt: Für Innenräume Niedervolt-Streifen (24V) verwenden, für den Außenbereich den Kontext prüfen und 230V nur bei Bedarf und mit zertifizierten IP67-Produkten. einsetzen.

     

    Es ist unerlässlich, die Vorgaben der Elektro-Normung (insbesondere die DIN VDE 0100-Reihe) genau zu befolgen und nicht zu improvisieren.

     

    Sicherheit ist kein optionales Extra, und eine optisch ansprechende, aber gefährliche Anlage ist keine gute Anlage.